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Obstbau-Verträglichkeit

Posted by Andrew Bone Friday, 28th October 2016

Zur Beantwortung dieser Frage werden die eigenen empirischen Untersuchungen als „Obstbau-Systemvergleich" angelegt und es wird neben den agrarökologischen Untersuchungen dem Gesichtspunkt der Sozialverträglichkeit ein hoher Stellenwert eingeräumt.

Die Analyse der Biotopstruktur der drei untersuchten Obstanbauverfahren ergibt eine deutlich differenzierte Rangfolge bezüglich der Struktur- und Artenvielfalt; nahezu bei allen untersuchten Kriterien erreichen der Streuobstanbau die höchsten, die Anlagen des Integrierten Niederstammobstbaus die niedrigsten Werte.

Zwei Schlussfolgerungen sind deutlich zu erkennen:

  1. Das Verfahren der Integrierten Produktion kann (im Vergleich mit den beiden anderen untersuchten Verfahren) weder als umweltschonend noch als nützlingsschonend bezeichnet werden.
  2. Auch der Ökologische Obstanbau in Niederstammanlagen ist — im Vergleich zum Streuobst — nur eingeschränkt naturverträglich.

Die Situation in Deutschland ist nach wie vor ernst. Der Artenrückgang in der Agrarlandschaft hält unvermindert an während gleichzeitig die Pestizidbelastung in Lebensmitteln steigt. Greenpeace in Südwestdeutschland beklagt den illegalen Handel mit in Deutschland nicht zugelassenen Pestiziden. Der neue Pestizidbericht der EU dokumentiert, dass in Deutschland 62% des verkauften Obstes und Gemüses mit Pestiziden belastet ist.

Ich wünsche mir durch diese Neuauflage eine möglichst weite Verbreitung meiner Untersuchungsergebnisse sowie eine intensive und konstruktive Auseinandersetzung mit den Inhalten der Arbeit.

Denn von einer nachhaltigen Landnutzung und einem natur- und sozialverträglichen Obstbau sind wir leider noch immer sehr weit entfernt. Artenvielfalt, Pflanzenschutzintensität, rückstandsfreies Obst und angemessene Erzeugerpreise sind die unbestechlichen Indikatoren und Messgrößen. Vor allem an ihnen sollten sich künftige Mittelzuweisungen, Labels und Werbeaussagen orientieren.

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